Die Sache mit der Selbstliebe

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Bodyshaming 

das verurteilen und abwerten anderer, wegen ihres Körpers. Doch sind es wirklich immer die anderen die Bodyshaming betreiben? Tragen wir nicht selbst einen nicht ganz unwesentlichen Teil dazu bei, indem wir unseren eigenen Körper nicht lieben?
 
Ich weiß noch ganz genau wie ich in der fünften Klasse war und erstmals mit dem Thema Bodyshaming konfrontiert wurde. Ich bekam öfter Sprüche zu hören, dass ich magersüchtig sei, zu dünn, knochig, und die ganze Palette. Ich hatte mir eigentlich nie Gedanken über meine Figur gemacht, ich war nun mal so wie ich war, aber dank der Kommentare bekam ich das Gefühl, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmen kann… ich war einfach zu dünn. Irgendwann begann ich mir anzutrainieren über meinen Hunger hinaus zu essen. Wirklich viel, möglichst schnell und ungesund. Trotzdem wurde ich nie dick, aber ich fühlte mich nach etwas Zeit einfach normaler und mit den Jahren wurden auch die Sprüche zu meinem Gewicht immer weniger. 
 
Mit der Pubertät begann sich mein Körper zu ändern. Ich nahm mit der Einnahme der Pille einige Kilo zu, fühlte mich teilweise sogar richtig pummelig. Ich ärgerte mich, dass ich damals noch zunehmen wollte und jetzt nicht mehr aufhören konnte zu essen. Ich begann meinen Körper regelrecht zu hassen. Aus dieser Wut über meinen Körper fing ich an ihn wirklich kaputt zu machen und ihn regelrecht zu bestrafen. In einer Phase zu meiner Schulzeit aß ich nur noch einmal am Tag. Frühstück und Mittagessen habe ich weggelassen – ich wollte nämlich dünn sein! Das war auch irgendwie leicht vor anderen zu verheimlichen, denn morgens hatte ich eben „keinen Hunger“ und mittags in der Schule lies ich mir auch ständig Ausreden einfallen, weshalb ich nichts essen wollte. Ich nahm logischerweise wirklich einiges ab, bekam sogar Komplimente, aber auch besorgte Fragen zu meinem Gewicht. Ich fand meinen Körper wieder richtig toll. Ich war fast schon stolz darauf, wieder so dünn zu sein. Zum Glück hielt diese Phase bei mir nur ein paar Monate an, dann wurde mir erst bewusst was ich da eigentlich tat und dass der Verzicht auf Essen nicht die Lösung sein konnte. 
 
Ich fand mich nie zu dünn oder zu dick, ich fand mich nur einfach nicht perfekt. Doch genau das wollte ich immer sein. Ich wollte, dass mich andere Menschen ansehen und perfekt finden. Möglichst wenig Angriffsfläche für gemeine Kommentare bieten und im besten Fall noch bewundert werden. Kurz gesagt: ich wollte (positive) Aufmerksamkeit bekommen. 
 
Mittlerweile mache ich regelmäßig Sport, ernähre mich gesund und fühle mich eigentlich wohl in meinem Körper. Es gibt immer noch genügend Momente, in denen ich mich mit anderen vergleiche und in denen ich meinen Körper wirklich nicht leiden kann, aber jetzt weiß ich, dass mich dieses streben nach Perfektionsmus für andere niemals glücklich gemacht hätte, zumindest nur solange, bis ich jemanden nicht gefallen hätte. Ich möchte nicht mehr für irgendjemanden perfekt sein, sondern für mich. Ich möchte aus mir das Beste herausholen, das Beste für meine Gesundheit und mein Wohlbefinden. Ich möchte mich nicht für meinen Körper schämen müssen, nur weil er nicht jedem zusagt, ich möchte ihn lieben und daran arbeiten ihn noch mehr zu lieben. 
 
In meinem heutigen Outfit trage ich nach über 10 Jahren wieder ein bauchfreies Oberteil. Eigentlich nicht mein Ding, ich mag es bis heute nicht meinen Körper zu betonen, besonders nicht meinen Bauch. Aber ich fand das Shirt so schön, dass ich es einfach gewagt habe es in der Öffentlichkeit zu tragen. Und wer hätte es gedacht, es war gar nicht so schlimm… 

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