My Vegan Story – Die Beweggründe

veganes Frühstück mit Kaffee auf dem Balkon im Sommer Smoothie Bowl

Vegan – Wieso Weshalb Warum?

So viele Einschränkungen! Immer diese extra Wurst – äh Soja-Wurst, entschuldigt.

So viele Fragen die ich immer wieder bekomme und denen ich mich regelmäßig stellen muss, deshalb habe ich euch einfach mal kurz und knapp (in nur gefühlt 100.000 Wörtern) meine vegane-Story, oder zumindest einen Teil dieser, zusammengeschrieben.

Wie alles begann…

Ich hole einfach einmal ein bisschen aus. Wie für vermutlich 99,99% aller Kinder, war es für mich absolut normal Fleisch zu essen. Damit bin ich aufgewachsen, das kannte ich, das hat jeder gegessen. Fleisch war normal. Fleisch schmeckte mir. Wenn es Essen gab, war es eigentlich immer Fleisch mit einer Beilage. Meine Eltern kochten beide meist frisch und auch Gemüse gab es bei uns schon recht häufig und viel. Aber eine Mahlzeit ohne Fleisch – schwierig. Das war irgendwie nicht so meins.

Mit etwa 13 hatte ich dann eine Phase in der ich kein Fleisch mehr essen wollte. Fand ich nämlich ultra cool – Vegetarier fand ich cool. Diese Phase hielt keine 2 Wochen. Dann schob ich mir schon wieder einen Burger beim Megges rein (da war ich als Jugendliche tatsächlich unfassbar oft…).

Also wieder zurück zum „ganz normalen“ Fleischkonsum. Ab und zu hatte ich Phasen in denen ich Fleisch irgendwie nicht so toll fand, aber eigentlich liebte ich Fleisch in jeglichen Variationen, von jeglichen Tieren und ich dachte wirklich, dass alles was ich aß auch gesund sei. Okay die McDonalds Besuche natürlich nicht. Aber im Großen und Ganzen habe ich meine damalige Ernährung als normal bis gesund bezeichnet. „Richtige“ Vegetarier waren mir zu diesem Zeitpunkt wirklich suspekt. Von Veganern wollen wir gar nicht erst anfangen. Wieso sich selbst einschränken, für ein TIER? Konnte ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Als ich mit 18 zum studieren wegzog, musste ich anfangen für mich alleine zu kochen. Ich konnte also alles Essen, was ich wollte und probierte unfassbar viel aus. Ich merkte schnell, dass ich auf Kuhmilch echt keine Lust mehr hatte bzw. dass meine Bauchschmerzen nach meinem morgendlichen Kaffee vielleicht von Laktose kommen könnten. Demnach trank ich in meinem Kaffee nur noch Soja, Hafer, Reis, Mandel oder was auch immer für eine Milch.

Da veganes Essen bzw. vegan sein zu der Zeit wirklich super angesagt war und jeder „Hipster“ plötzlich Veganer war, setzte ich mir in den Kopf: Ab jetzt nur noch vegan. Da ich für mich alleine kochte, war das auch erstmal kein Problem.

Das ganze hielt ich vielleicht 4 Wochen durch, dann aß ich ganz „normal“ wieder meine Eier, mein Hähnchen oder hin und wieder auch ein fettes Steak. Nach meiner kurzen veganen Phase war das Thema für mich abgehakt. Ich hatte es getestet, ich konnte überleben, aber der Wunsch irgendwann nach Fleisch und Milchprodukten überwog einfach. Bis auf die Sache mit der Kuhmilch. Die fand ich seit ich 18 bin wirklich nicht mehr so toll, zumindest nicht im Kaffee. Käse, Quark, Joghurt etc. aß ich dennoch.

Wie also um alles in der Welt wurde ich denn jetzt Veganerin? 

Step 1 – Das verweigern von Fleisch

Ein für mich ausschlaggebender Punkt war ein Facebook Video von Peta. Beim scrollen durch die App blieb ich bei einem Video hängen. Zu sehen waren Tiere in Schlachthäusern. Ich weiß nicht wieso ich mir das gesamte Video ansah, aber ich weiß, ich war geschockt. Ich wusste natürlich, dass die Tiere die ich aß getötet werden mussten. Auch wusste ich, dass das sicherlich nicht schön sein würde, aber ich blendete diese Seite meines Fleischkonsums einfach aus. Ich wollte es schlichtweg nicht sehen oder mir bewusst machen.

Bei dem Video allerdings konnte ich nicht wegsehen. Ich sah es an, war so schockiert, angewidert und unendlich traurig. Nachdem ich das Video sah fühlte ich mich wirklich schrecklich, denn kurz davor hatte ich noch Fleisch gegessen. Mir wurde so übel, dass ich mich übergeben musste und in diesem Moment schwor ich mir, dass ich nie wieder Fleisch essen würde.

Das ganze ist jetzt knapp 2 Jahre her. Seitdem habe ich mich immer mehr mit dem Thema Fleischkonsum, der Schlachtung, der Massentierhaltung und all diesen Bereichen auseinandergesetzt. Ich habe mir mein Wissen dazu selbst angeeignet, vieles gelesen, Filme und Dokumentationen gesehen und mich bewusst mit der schrecklichen Wahrheit auseinander gesetzt. Habe mich regelmäßig dazu gezwungen wirklich grausame und abartige Videos zu sehen, einfach um mein eigenes Bewusstsein für diese so falsche Praxis zu schärfen und mir immer wieder vor Augen zu führen, wieso ich nie wieder Fleisch essen werde.

Ich hatte nach diesem Video wirklich von der einen auf die andere Sekunde aufgehört Fleisch zu essen und seit dem nie wieder welches gegessen. 2x hatte ich noch Fisch gegessen, aber auch Fisch ging einfach nicht mehr. Selbe „Problematik“ wie beim Fleisch. Ich konnte es absolut nicht mehr mit mir vereinbaren und ich schämte mich so sehr dafür und widerte mich an. Also wurde auch Fisch direkt von meinem Speiseplan gestrichen.

Step 2 – Das zurechtkommen als Vegetarierin 

Klingt jetzt erst einmal nicht sehr schwierig, es gibt immerhin  über 8 Millionen Vegetarier in Deutschland. Sollte demnach nicht sehr schwer sein, oder?

Allerdings waren die ersten Wochen doch schon echt schwierig für mich. Denn ich musste einfach alles umdenken. Das Kochen zu Hause war nie das Problem, ich stand nur regelmäßig vor einer Herausforderung, wenn es darum ging unterwegs oder in Restaurants etwas vegetarisches zu finden.

Mein Leben lang ging ich ins Restaurant und bestellte worauf auch immer ich Lust hatte. Wenn ich mir jetzt die Speisekarten ansah konnte ich nicht mehr zwischen meinen Lieblings-Gerichten wählen, sondern musste eine vegetarische Alternative wählen. Davon gibt es meistens keine allzu große Auswahl. Oder auch wenn ich in der Stadt war und nur schnell eine Kleinigkeit essen wollte. Früher konnte ich einfach eine Bratwurst nehmen, beim Asiaten die gebratenen Nudeln mit Hühnchen oder ich holte mir ein belegtes Brötchen mit Schinken. Das war dann alles irgendwie nicht mehr drinnen und ich hatte oft keine Idee, was ich essen könnte. Ich musste mich wirklich erst daran gewöhnen.

Nach ein paar Wochen und einigen vegetarischen Ideen zum außerhalb Essen später lief das alles aber einwandfrei. Ich wusste wo ich immer etwas leckeres bekommen konnte, merkte, dass ich in Restaurants immer etwas vegetarisches bekam und dass man eigentlich jedes Gericht irgendwie auch ohne Fleisch bestellen konnte.

Zu Hause experimentierte ich seitdem auch viel mehr. Jetzt war es nicht mehr Fleisch mit Beilagen, sondern eigentlich nur noch Beilagen. Bzw. musste ich einfach etwas umdenken. Viel Inspiration holte ich mir auch über Pinterest und ich beschäftigte mich im Allgemeinen stärker damit, was ich aß.

Step 3 – Die Phase zwischen vegetarisch und vegan

Von einer Vegetarierin zur Veganerin wurde ich innerhalb eines halben Jahres, ca. Wie schon geschrieben beschäftigte ich mich immer stärker mit dem Thema Ernährung, Tierhaltung, Tierausbeutung etc. und kam irgendwann an den Punkt, dass ich in mir einen Konflikt spürte, wenn ich generell tierische Produkte konsumierte. Mir schmeckten die Produkte schließlich sehr gut, aber durch mein Wissen, wusste ich, dass es für mich falsch ist, tierische Produkte zu konsumieren. Durch diesen Konflikt in mir, griff ich regelmäßig zu veganen alternativen. Kuhmilch trank ich sowieso schon nicht mehr, Jogurt ersetzte ich durch Soja-Joghurt und Eier mied ich einfach. Wenn ich kochte, machte ich mir meist Gemüsepfannen und über die Zeit musste ich feststellen, dass ich mich zu Hause vegan ernährte. Nicht bewusst, sondern langsam und fast schon heimlich schlich sich diese Veränderung in meinen Alttag.

Beim Essen außerhalb, aß ich allerdings nicht immer vegan. Gab es eine vegane Alternative, griff ich immer zu dieser, aber wenn es keine gab, ernährte ich mich vegetarisch.

So ging das erstmal eine Weile. Zunächst wie gesagt unbewusst und gegen Ende dieser Zwischenphase aß ich wirklich bewusst zuhause nur noch vegan, kaufte ausschließlich vegan ein und nur „unter anderen Menschen“ nahm ich noch tierische Produkte zu mir. Z.B. wenn im Büro jemand einen Kuchen mitbrachte, aß ich diesen auch mit. Oder auf meiner Pizza war immer Käse, mein vegetarischer Döner war mit Käse und Knoblauchsoße. Wenn ich zum Essen eingeladen wurde, aß ich dort auch Milchprodukte und Eier. Nur alles was ich selbst kaufte und zubereitete war vegan.

Dann kam allerdings auch hier wieder mein innerer Konflikt durch und ich konnte selbst diese seltenen Ausnahmen nicht mehr mit mir vereinbaren. Ich fühlte mich jedesmal schlecht und schuldig, sobald ich ein tierisches Produkt aß und da ich sowieso schon zu 90% vegan lebte, ging ich den einzigen für mich logischen und sinnvollen Schritt: ich wurde komplett vegan.

vegan smoothie bowl in a jar

Step 4 – Die vegane Transformation 

Für mich hieß dies: Entweder ganz oder gar nicht. Demnach kaufte ich seitdem auch kein Leder mehr, keine Wolle, keine Seide, trank viele Getränke nicht mehr und und und.

Aber wisst ihr, was ich wirklich schlimm fand? Beim Pizza-Service anzurufen, eine Pizza zu bestellen und dann den Satz sagen zu müssen „aber bitte ohne Käse“. Wirklich, das war für mich ein harter Schritt. Eine Pizza ohne Käse?! Nun gut, da musste ich durch. Und was soll ich sagen? Es ist absolut nicht schlimm! Ich habe fest mit einem staubtrockenen Teig mit schrumpeligem Gemüse gerechnet, tatsächlich kam eine knusprig und gleichzeitig saftige Pizza an. Nur halt eben ohne Käse. Alles halb so wild.

Diesmal fiel mir der Schritt auf etwas zu „verzichten“ so viel leichter, vielleicht auch einfach, da ich mich schon sehr mit dem Thema beschäftigte und der Schritt von vegetarisch auf vegan nicht mehr ganz so krass war. Oder auch einfach, weil ich dieses Mal vorbereiteter war.

Ich kochte in der ersten Zeit ziemlich viel vor, sodass ich ins Büro immer etwas mitnehmen konnte, checkte die Restaurants vorher aus, ob diese etwas veganes im Angebot hatten und lernte sehr schnell was ich wo essen konnte. Bis heute habe ich diesen Schritt nie bereut, ganz im Gegenteil. Ich würde tatsächlich behauten, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war, Veganerin zu werden. Wieso, weshalb, warum – das würde ich gerne in meinen nächsten Beiträgen mit euch teilen.

Ich denke ich konnte euch in meinem ersten Post zu meiner veganen Story einen guten Einblick geben, zu dem WARUM. Euch meine Beweggründe näher bringen und was mich natürlich unfassbar glücklich machen würde, wenn ich jemandem zum Nachdenken angeregt habe.

Wenn nicht, macht nichts! Es werden noch genügend weitere Folgen meiner Vegan Story kommen, denn es gibt noch einiges an offenen Themen über die ich so gerne schreiben möchte. Beispielsweise, was ich mache wenn ich Lust auf Fleisch oder Käse habe, welche Dokus ich empfehlen kann, was mich antreibt vegan zu bleiben, meine liebsten Rezepte, wie sich meine Ernährung auf meinen gesamten Körper auswirkt und und und. Ihr merkt, an Content für die nächsten Beiträge wird es erstmal nicht scheitern.

Und wie immer: wenn ihr noch konkrete Fragen habt, stellt sie mir gerne in den Kommentaren.

Folge:

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